Am Samstagvormittag richteten sich die verschiedenen Hilfsorganisationen mit ihren Führungs- und Einsatzleitwagen vor dem Dienstgebäude des Landratsamtes Karlsruhe für die Stabsübung „Tornado 2008“ technisch ein.
 |   Kreisbrandmeister Thomas Hauck erläutert den Gästen die rechnergestützte Arbeitsweise im Führungsstab
|
Aufgrund einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes waren zuvor die Freiwilligen Feuerwehren und die zuständigen Bürgermeisterämter im nördlichen Landkreis über ein mögliches Unwetterszenario informiert und alarmiert worden. Im Landratsamt selbst, wurde die gemeinsame Feuerwehrleitstelle mit ehrenamtlichen Kräften verstärkt. So konnte garantiert werden, dass auch die zusätzlichen Notrufabfrageplätze für die zahlreichen Anrufe zur Verfügung standen.
Die Feuerwehren richteten in den nach der Alarmplanung vorgesehenen Führungshäusern jeweils örtliche Einsatzleitungen mit Führungsgruppen ein. Da mit einem größeren Einsatzaufkommen zu rechnen war, wurden in den betroffenen Gemeindeverwaltungen Verwaltungsstäbe zusammen gerufen. Angenommen wurden Schadensereignisse in Bad Schönborn, Bruchsal, Forst, Kraichtal, Oberhausen-Rheinhausen, Östringen, Philippsburg und Ubstadt-Weiher.
Ziel der Übung war es, das Zusammenwirken der verschiedenen Feuerwehreinsatzleitungen mit ihren Gemeindeverwaltungen zu erproben. Außerdem wurde beim ins Landratsamt einberufenen Führungsstab erstmals, wie Kreisbrandmeister Thomas Hauck vor zahlreichen Gästen erläuterte, die Stabsarbeit mit vernetzten Notebooks durchgeführt. Sowohl die Konzeption als auch die Software für dieses neue System sind eine Entwicklung der Verantwortlichen im Landkreis Karlsruhe. Hauck zeigte sich zufrieden, dass damit auch ein lang gehegter Wunsch des früheren Fachgebietsleiters Herbert Ferch in die Tat umgesetzt werden konnte. Bereits an dieser Stelle bedankte er sich bei Landrat Dr. Christoph Schnaudigel für die finanzielle Unterstützung des Landkreises Karlsruhe. Zwischenzeitlich hat sich auch die Feuerwehr der Stadt Karlsruhe diesem System angeschlossen. Damit ist die bewährte gute Zusammenarbeit über die gemeinsame Leitstelle hinaus auch künftig in den Führungsstäben möglich.
Landrat Dr. Schnaudigel konnte als Vertreter der Übungsteilnehmer den Leitenden Polizeidirektor Roland Lay vom Polizeipräsidium Karlsruhe, Branddirektor Fritz Barth von der Berufsfeuerwehr Karlsruhe und Jörg Biermann als Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes begrüßen. Die Bundeswehr wurde durch Oberstleutnant Harry Zorn als Leiter des Kreisverbindungskommandos vertreten. Für die Kollegen des THW konnte der Landrat den stellvertretenden Ortsbeauftragten Michael Hambsch, Waghäusel, und für die DLRG den Bezirksleiter Roland Szabados begrüßen. Erstmals konnte im Kreis der Landkreisfeuerwehren auch der neue Bezirksbrandmeister Jürgen Link begrüßt werden. Link wechselte zum 1. Oktober 2008 als Nachfolger von Siegfried Morlock ins Karlsruher Regierungspräsidium.
Bei ihrem Durchgang durch die verschiedenen Übungsabschnitte konnten die Gäste einen ruhigen und geordneten Übungsverlauf feststellen. Die Übung war unter Federführung vom Obmann des Führungsstabs „Nord“, Bernd Molitor, vorbereitet worden. Der Übungsleitung gehörten Mitglieder des Führungsstabs „Nord“, den übenden Feuerwehren sowie Vertretern aller Organisationen und Einrichtungen an, die im Führungsstab mitübten. Stellvertretend für die teilnehmenden Kommunalverwaltungen informierte sich Bürgermeister Ullrich Hintermayer über das Übungsgeschehen in der Kreisverwaltung. Kreisbrandmeister Thomas Hauck erinnerte auch daran, dass gerade die Kreisgemeinden Mittel zur Verbesserung der Funk- und Fernmeldetechnik ihrer Feuerwehren investierten, um die Kommunikation wesentlich zu verbessern. Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen zeigte sich gerade nach dem Sturm "Lothar" im Jahr 1999. Als ein Ergebnis der Übung konnte festgestellt werden, dass die strukturellen und organisatorischen Verbesserungen im Wesentlichen zu den reibungslosen Einsatzabläufen beigetragen haben.
Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Kreisbrandmeister Thomas Hauck bedankten sich bei allen Übungsbeteiligten für Ihr Engagement in den verschiedenen Hilfsorganisationen oder Verwaltungsbereichen.